7-Meilen-Stiefel
Eselsohren
Ahnentafel
Silbersee

 

 

 

 

 

 

 

 

                                                       

 

 

Pech

Wir wissen alle, dass Männer die sind, die grundsätzlich nur auf das Eine aus sind. Männer geben Liebe, um Sex zu bekommen, Frauen geben Sex, um Liebe zu bekommen. Das klappt dann, wenn man sich irgendwo in der Mitte trifft - ist der Mann bereit, dauerhaft die Liebe zu geben, dann ist Frau bereit, sich dauerhaft hinzugeben. So in etwa funktioniert es häufig - zumindest am Anfang einer Beziehung.

Was passiert jedoch, wenn die Erwartung einer Frau enttäuscht wird, die fest darauf baute, morgen kein Single mehr zu sein?

Das durfte sich eine Freundin anhören, als sie nach einem harten Arbeitstag versuchte einzuschlafen. Sie lag also in ihrem Schlafzimmer, wohlgemerkt im ersten Stock, und hörte, wie ihre Nachbarin, eine junge Singlefrau, nach Hause kam.

Sie: "Kommst du noch mit rauf?"

Er: "Nö".

Sie: "Du blöder Wi......, wieso hast du mich denn dann überhaupt heimgefahren, wenn du nicht mit raufkommst? Da hätte ich mir ja gleich ein Taxi nehmen können!!!!"

Um die Freundin war es geschehen, sie musste so lachen, dass an schlafen erstmal nicht mehr zu denken war. Aber aus Sicht der Singlefrau ist das Argument natürlich vollkommen richtig. Wahrscheinlich fand sie ihn nett. Sie hatte den ganzen Abend darauf verzichtet, sich vollkommen natürlich zu zeigen, hat sich verstellt, gesäuselt, geliebäugelt, sie war ein Engel, ein Herz, eine Heilige, sie teilte ihre Aufmerksamkeit nur mit ihm, sie probte den Augenaufschlag, der Bewunderung ausdrücken sollte. Mensch, das ist anstrengend, es versaut einem komplett den Abend. Es ist harte Arbeit, einen Mann dazu zu bringen, sich binnen sechs Stunden Ausgehzeit zu entscheiden, von heute an sein Leben umzustellen und ab morgen einen liebevollen Partner darzustellen. So sind Frauen: sie turteln, säuseln, klimpern, spielen den sexuellen Weihnachtsmann - und dann stehen sie da und sagen: so, jetzt weißt wie ich sein kann, das ist genug Belohnung. Und jetzt nimm mich so, wie ich wirklich bin - zickig, launisch, nicht loyal und nur darauf bedacht, laut schimpfend auf Händen getragen zu werden.

Ist das jetzt weise, wenn ich sage: das kann nicht klappen???

 

 

Eine Herausforderung

Bei jedem Menschen gibt es Dinge, die eine besondere Herausforderung darstellen. Die Herausforderungen entwickeln sich dann zu besonderen Herausforderungen, wenn Grundelemente nicht zusammen passen und sich schwer kombinieren lassen. So eine Herausforderung stellte sich mir an diesem Abend.

Natürlich freute ich mich, beruflich auf eine Abendveranstaltung eingeladen zu sein, die wohl auch in der Presse etwas Aufmerksamkeit erregen wird. Aber dann der Schock: was mache ich nur mit meinen Haaren?

Es ist nämlich so, dass ich eigentlich sehr schöne Haare habe, wenn sie nicht verschnitten sind. Die Haare sind zwar dann an sich immer noch schön, aber liegen eben nicht so am Kopf, wie schönes Haar das tun sollte. Besonders interessant: das Horn, das sich aus dem ehemaligen Pony herauszwirbelt und sich wirkungsvoll nach oben dreht. Wäre die Strähne silbern, könnte ich glatt als Einhorn durchgehen. Jeder Mann würde sich über eine solche Potenz, die mein Haar entwickelt, überaus freuen. Drei Mal habe ich das Horn abgeschnitten, aber wenn ich irgendwann wieder eine normale Frisur möchte, muss ich einfach mal durch die Phase durch. Im Augenblick ist nur Schadensbegrenzung angesagt.

Das normale Prozedere des Haarewaschens sieht im Augenblick so aus: Waschen mit Antikrisselshampoo, mit dem Handtuch trocknen und ein Spray für strapazierte Haare drauf, dann noch ein Haaröl für ausbüchsendes Haar, mit der Rundbürste anfönen und immer schön die Hornsträhne nach innen drehen und beobachten, wie sich dennoch die Hornsträhne fröhlich auf penetrantes Abstehen vorbereitet. Jetzt ist der Zeitpunkt für das Glätteisen gekommen. Es dampft und zischt um mich herum, aber egal, Hauptsache die Strähne bleibt unten und sieht ansatzweise so aus, als würde sie sich freiwillig liebevoll um das Gesicht legen.

Problem: sobald der erste Regentropfen kommt, ballen sich die Haare mit voller Kraft wieder voraus und stehen im 45° Winkel ab. Vor allem, wenn sie frisch gewaschen sind.

Und so sieht für heute Abend der Plan nun folgendermaßen aus: Haare NICHT waschen, denn es regnet, darauf hoffen, dass genug Zeugs drin ist, um ein paar Stunden zu überstehen und so bestechend schöne Schuhe und interessantes Dekoltè wählen, dass einem kein Mensch mehr ins Gesicht schaut. Na, es verspricht ein interessanter Abend zu werden...

 

 

Warum immer ich? :-)

Meistens macht das Leben einen Heidenspaß - wenn man den nötigen Humor mitbringt und auch mal herzlich über sich selbst lachen kann. Wenn ich das nicht könnte, wäre ich heute wahrscheinlich vor Schreck gestorben - und das kam so:

 

Ich kam am Abend von der Arbeit heim, es war gerade so gegen 21.30h. Gemütlich setze ich mich an meinen Schreibtisch, checke die E-Mails und nach getaner Arbeit öffne ich ein PC-Spiel, ein Kriminalspiel. Nun ist es so, dass ich da ohnehin sehr zart besaitet bin, was solche Spiele angeht. Zum Beispiel zuckte ich bei Sven Bomwollen grundsätzlich erstmal zusammen, wenn ein Schaf platzte. Alles was mit Absturz zu tun hat, ist mir zu hart, selbst wenn ein Stein einen Abgrund hinunter fällt verkrampft sich erstmal der ganz Körper für den Bruchteil einer Sekunde. Bei Raiman 2 musste ich abbrechen, weil ich fast grundsätzlich Herzrasen bekam, wenn das Comichäschen eine ellenlange Rutsche hinunterflitze, die ins Nichts führte. Herzschlag bei mir bei mindestens 160. Gruselfilme gehen gar nicht, außer ich halte mir fest die Ohren zu und kneife die Augen zusammen.

Da ist natürlich vollkommen logisch, dass ich bei einem Spiel, in dem in Szenen mit Mord ablaufen vollkommen aus dem Häuschen gerate und von hinten gleich einen Überfall erwarte. Dann sitze ich da und studiere die Spiegelungen auf meinem Bildschirm - vielleicht pirscht sich ja im echten Leben auch gerade einer von hinten an mich ran. So war es auch heute. Ich versuche, dieser Spielszene noch halbwegs den Touch von Gemütlichkeit zu geben, habe eine Tasse Kaffee neben mir und zünde mir eine Abspannzigarette an, drehe den Kopf auf die Seite und ignoriere die ablaufenden Szenen. Tapfer bin ich, jawohl, äußerst tapfer. Gerade in dem Augenblick, in dem ich mir sage: es ist nur ein blödes Spiel, schau einfach nicht hin und einen Schluck aus meiner Kaffeetasse nehmen will -

 

: - PPPPPPPPPIIIIIIIIIIIIIEEEEEEEEEEEEEEEPPPPPPPPPPPPPP -

 

erschrillt direkt über meinem Kopf ein ohrenbetäubendes Gekreische!!! 100 Dezibel. Mein Herz setzt in Panik aus. Vor Schreck habe ich die Tasse fallen, sie knallt auf den Boden. Nach zwei Schrecksekunden kann ich das Geräusch orten: es ist mein Feuermelder! Er heult was das Zeug hält. Das ist natürlich klar - das Teil hat noch nie ausgelöst - zum Glück - aber es löst genau dann aus, wenn ich ohnehin schon unter Hochspannung bin.

Während ich hektisch herum hüpfe, schläft Luca selig im Körbchen und öffnet müde ein Auge. Ich springe und hopse und versuche den Knopf an der Decke zu erreichen, um das Geheul abzustellen. Aber es pfeift weiter!!! Luca verlässt den Raum, empört!! So eine Frechheit ihn beim Schlafen zu stören.

Dann, nach einer Minute, in der ich überlege, wie ich die Batterie aus dem Ding bekomme, ohne erst eine Leiter holen zu müssen, hört der Lärm auf. Der Rauch hat sich gelegt.

Dafür klingelt es an der Haustür. Draußen steht mein Nachbar, der von zwei  Häusern weiter.

"Alles in Ordnung bei Ihnen?", fragt er besorgt.

"Äh, ja. Der Feuermelder ist losgegangen." Ich bin wohl immer noch kreidebleich im Gesicht, der Mord mit Feueralarm war einfach zu viel für meine armen Nerven.

"Brennt es bei Ihnen?", will er wissen und lurt an mir vorbei in Richtung Eingang.

"Ich hoffe nicht! Ich habe nur versucht, eine Zigarette zu rauchen, um einen inszenierten Mord zu ignorieren".

Er schaut mich an. "So weit ist es nun schon, dass diese blöden Computerspiele die ganze Nachbarschaft aufrütteln!" Damit dreht er sich um und schlappt in Hausschuhen und Jogginghose zurück. 

 

 

Winterspeck an Äpfel und Birnen

Ja, es ist Zeit den Winterspeck loszuwerden. Wir Menschen haben es schon gut, denn wir sind wohl die einzigen Lebewesen, die es schaffen über den Winter eine eindeutig doppelte Fettschicht anzusetzen - den Supermärkten sei Dank!! Kein anderes Lebewesen der Welt kommt aus so einem langen Winter dicker hervor als vorher.

Das gibt Anlass zu einer näheren Betrachtung weiblicher Körperrundungen. Da gibt es ja zwei typische Formen - die einen sind apfelförmig gebaut, die zweiten sehen eher aus wie eine Birne. Die Apfeldamen sammeln ihre Pfunde am Bauch, können gut kaschieren und ihre Hosen passen ihnen noch, wenn sie 10 kg zugelegt haben. Die Birnenfrauen dagegen haben bei 10 kg mehr nicht mal mehr den Hauch einer Chance in ihre Hosen zu passen, weil sie Mitte Oberschenkel einfach von selber stoppen. Das sind die Frauen, die Männer liebevoll gebärfreudig nennen oder einem die Sache mit dem Fahrradparken erklären.  Frauen sind zu sich da nicht so nett. Da ich selbst eher birnenförmig gebaut bin, nein, nicht eher, eindeutig, und habe ich meine Rückseite schon des Öfteren mit einem Brauereiross verglichen.

Doch wann hat man wirklich zu viel Speck in zu kurzer Zeit angefressen? Da stand letztens eine Kollegin neben mir, die immer eine super Figur hatte. Nun hat sie einen Freund und den Winter und die kuscheligen Abende auf dem Sofa quittieren sich mit einem Bauchansatz vom Feinsten. Klar, sie ist ein Apfeltyp und setzt ihren Speck in der Körpermitte an. Als dann eine andere kam, sie liebevoll ansah und fragte: Wann kommt es denn? - ja, da dämmerte ihr wohl, dass dieser Winter einfach zu lange war und bis die Kilo wieder runter sind trägt sie ein Korsett und macht täglich unendlich viele Situps.

Zum Glück kann mir das als Birnenexemplar nicht passieren. Am Hintern wird man erfahrungsgemäß nicht schwanger. Und so glaubte ich mich sicher. Denkste!!! Ein alter Spezl von mir sah auf einem Ausritt sehr nachdenklich aus. Wir ritten hintereinander her, er mal ein Stückchen vor mir auf seinem Pferd, mal ich vorne weg auf meiner Haflingerstute. Als ich ihn fragte, worüber er denn nachgrübele, meinte er: ich überlege, wer von Euch beiden den dickeren Hintern hat. Komisch, dass genau in diesem Augenblick ein Ast nach hinten schnalzte :-)) Und was sagt uns das? - ab morgen kann man das Zwergerl wieder beim Sporteln sehen und das Buch "Fatburning" auf meinem Küchentisch bewundern.

 

 

Ich will raus

Wer mich kennt weiss, dass es Dinge gibt, die ich auf den Tod nicht ausstehen kann. Es sind nur wenig, so drei oder vier, aber die lehne ich dann so vehement ab, dass es wirklich nur ein ganz oder gar nicht gibt. So graust es mich zum Beispiel massiv vor Alkohol in regelmäßig rauen Mengen und die zugehörigen Anzeichen eines Alkoholmißbrauchs. Für mich haben aufgequollene Wangen und hochrote Gesichtsfarbe einfach so nichts Attraktives oder Nettes. Das könnte man ja noch übersehen. Am Schlimmsten am Alkohol ist der Humor, der sich während der zweiten Halben entwickelt. Da kommen dann so Sprüche wie "Eine Flasche hebt die andere HÖHÖ" oder "einmal am Tag muss man ja was Leckeres entkorken HÖHÖHÖ" oder "nur eine Frau, die einem das Bier bringt ist eine gute Frau HÖHÖHÖ". Gegen diese Sprüche ist meine letzte Biererfahrung ja direkt harmlos.

 

Ort: Hauptbahnhof - S-Bahnsteig

Tätigkeit: warten auf die S 8 Richtung Flughafen

Tätigkeit II: lesen

Zug fährt ein, ich steige ein, schnelle auf einen einzelnen Sitzplatz zu und platziere mich gemütlich am Fenster. Damit bin ich aber nicht alleine - da platzieren sich noch zwei genau bei mir. Die Frau okay, der Mann ist mir schon unsympathisch, obwohl ich ihn nicht mal anschaue. Es reicht, dass ich ihn rieche. Eindeutig Hopfengeruch! Kaum habe ich den Geruch identifiziert, baut er mich vollständig in seine Koffer ein und platziert sich exakt genau mir gegenüber, nimmt meinen Haxen jegliche Beinfreiheit. Ich sitze nun so nah am Fenster, dass ich den Klappmülleimer in der S-Bahn nun als Tisch benutzen könnte. Seine Frau dagegen wahrt die übliche Distanz und setzt sich zwei Sitze weiter. Prima!! Da sitze ich nun. Wenigstens halten sie die Klappe, denke ich noch, vertiefe mich in mein Buch und ignoriere den Geruch.

Kurz darauf er: wie lange fahren wir denn zum Flughafen? so 20 Minuten?

Sie: nein, 40.

Ich: ARGL - er sollte nicht sprechen, dann stinkt er weniger.

Er: auf nach Dubai

Sie: schweigt

Ich: Toll, das wollte ich gar nicht wissen. In Gedanken sehe ich ihn in Bermudashorts durch Dubai schlappen - klar, dass er in seinen Sandalen Socken trägt.

Er: schweigt ... dann raschelt es und er packt eine Wurstsemmel aus, beißt einmal rein, platziert seine angefressene Semmel exakt auf dem Koffer vor meiner Nasse, zückt eine Bierflasche, öffnet den Mülleimer vor meiner Nase, öffnet daran die Flasche und parkt sie dann auch noch in den Mülleimer, den er nun als Getränkehalter benutzt.

Das ist zu viel!!! Eindeutig!! Findet wohl auch seine Frau, denn die sagt: Schatz, willst Du Dich nicht lieber hierher setzen?

Nein, er will nicht, er sitzt hier wunderbar und mampft seine Semmel, spült jeden Bissen mit Bier hinunter, das er immer noch zwischen alten Rotztüchern, einer Bananenschale und noch ein paar ekligen Dingen geparkt hält.

So langsam werde ich sauer. Und muss exakt das Gesicht gemacht haben, dass Freunde nur mit "ohoh" kommentieren. Ich stehe auf und werfe ihm einen Blick zu der eindeutig sagt: nimm SOFORT deinen Koffer aus dem Weg und lass mich raus. Und, man glaubt es kaum, er tut es, er zuckt sogar kurz zusammen, als er mein Gesicht sieht.

Na, ich wünsche einen schönen Urlaub - Hauptsache er trinkt sein Bier weit weg von mir. Da ist mir sogar Dubai noch zu nah...

 

Anpassungen

Paare passen sich an. Spätestens wenn ein Paar beginnt sich als Paar zu fühlen beginnen sie, sich ähnlich zu verhalten, gleiche Redewendungen zu benutzen und gleiche Vorlieben zu entwickeln. Paare die sehr lange zusammen sind erkennt man dann manchmal daran, dass bei einem Familienausflug beide die gleiche grüne Windjacke von Aldi tragen. Dieser Zustand ist auf keinen Fall erstrebenswert, denn wenn es einmal soweit ist, dass ich eine Jacke finde, die auch ein Mann tragen will, dann sollte ich dringend mal meinen Modegeschmack überdenken - oder meinen Männergeschmack.

Dass sich aber auch Familien anpassen konnte ich neulich in der S-Bahn erleben. Ich sage nur: gut, dass es Bücher gibt, denen man unterstellen kann, dass sie soooo lustig sind, dass ich glucksend hinter dem Cover verschwinde- dummerweise stand auf dem Einband: Die Stimmen von Marrakesch...

Mir gegenüber sitzt eine junge Familie mit einem kleinen Kind und ihrem Kinderwagen. Plötzlich steckt das Kind seinen Finger in die Nase. Der Papa sieht es - und ich denke in meiner Naivität, dass er nun gleich den Finger seines Kindes aus der Nase seines Kindes herausnimmt. Falsch!!! Er kuckt hin.... und steckt sich seinen eigenen Finger in seine eigene Nase. Ich muss kichern, denn diese Form des Synchronbohrens war mir bisher vollkommen neu. Jetzt bin ich neugierig, mal sehen, was Mutti dazu sagt. Mutti kuckt gedankenverloren in der Gegend rum, ihr Blick schweift über ihre nasebohrenden Lieben. Gleich macht sie was, denke ich und luge heimlich über meinen Buchdeckel. Tut sie auch: sie steckt wiederum ihren eigenen Finger in ihre eigene Nase!! Ich bin baff!!! So baff, dass ich nicht mal mehr heimlich in mein Buch schaue, sondern sie anstarre. Als dann aber alle drei gleichzeitig ihren Finger aus der Nase ziehen kann ich nicht mehr und meine Erbaffung weicht einer Lachsalve hinein in die Stimmen aus Marrakesch - so komisch wie das Leben ist eben kein Buch der Welt.

 

Raubschokolade

Seit Jahrhunderten hat es sich eingebürgert, dass Männer, um Männer zu sein, richtig reinhauen. Frauen dagegen knabbern an ihrem Schnitzel wie kleine Vögelchen. Nach dem Essen strecken Männer die Wampe raus und lassen sich wohlig im Sessel zergehen, während die Damen neben ihnen den Bauch einziehen, um das Mahl zu vertuschen.

Allerdings unterliegt auch weibliches Essverhalten den modernen Prinzipien der Eigenverantwortlichkeit. Dies lässt sich ganz einfach umschreiben: manche Frauen hauen selbstbewusst rein wie die Scheunendrescher, wenn sie Hunger haben. Andere dagegen essen heimlich, versuchen aber nach außen hin deutlich zu signalisieren, dass ihr Körperumfang nur rein zufällig und ungerechterweise im Vorbeigehen an ihnen hängen geblieben ist. Außerdem ist es voll fies, wenn man so schwere Knochen hat. Seltsamerweise reagieren Frauen hier einfach verschieden, unabhängig von ihrer realen Körperfülle, geleitet von mehr oder weniger weiblichen Essprinzipien.

Manchmal nimmt das dann abstruse Formen an. Sätze wie "oh, Schatz, nein, ich habe keinen Hunger, mir ist immer noch schlecht von der Erdnuss die ich gestern Abend verputzt habe, weil mir ja gestern noch der Salat von vorgestern im Magen lag". 

Wie machen die Frauen das? Also ich werde zum Beispiel hoch aggressiv, wenn ich richtig Hunger habe. Da ist keiner vor mir sicher. Niemals wäre ich in der Lage jemanden noch anzuflöten, wenn der Bauch sagt: Essen jetzt!! Im Gegenteil - wenn ich Hunger habe, dann ist es hochgefährlich auf meinen vollen Teller zu langen um sich eine Kleinigkeit zu stibitzen - es sei denn der oder die Betreffende wollten schon immer mal die Zinken einer Gabel als Abdruck in der Hand bewundern. Das ist bestimmt unweiblich, aber ehrlich :-) Und all meine Freunde wissen das und gehen damit um: sie sprechen einfach nur noch beschwichtigend mit mir und suchen unter Hochdruck den nächsten Lebensmittelladen. :-)

 

Aber das mit dem zufällig auf der Hüfte hängen gebliebenen Stück Schokolade finde ich sehr interessant. Ich versuche mir das vorzustellen:

Gang durch den Laden. Ich übersehe das Stück Schokolade, das im Regal liegt und sich an mich ranpirscht, weil ich grade mit der Auswahl der Gummibärchen im Regal gegenüber beschäftigt bin. Und so sehe ich nicht, wie es zum Sprung ansetzt - genau in dem Augenblick, als ich mich nach den fettfreien Süßwaren aus der Diabetesabteilung bücke. Ich bin ahnungslos und vollkommen unbedarft. Da mich keiner darauf aufmerksam macht, dass ich gerade Opfer einer Raubschokoladenattacke geworden bin, gehe ich weiter. Im Suchen nach der fettarmen Variante des Joghurts hat sich ein Lebkuchen vom Sonderstand an meine Hüften gehängt und versucht sich einzunisten. Ein paar Meter weiter fällt eine Salami über mich her und schmiegt sich in aller Stille um meine Hüften - wieder bemerke ich nichts, denn der Kochschinken hat gerade meine vollkommene Aufmerksamkeit. So geht es weiter - auf der Suche nach den fettarmen Varianten meiner Ernährung ketten sich die ganzen unliebsamen Produkte an mich, die nichts lieber wollen, als sich unter meiner Haut zu verkriechen und die ich natürlich niemals überhaupt in Erwägung ziehen würde. Verlasse ich dann den Supermarkt bin ich bestimmt drei Kilo schwerer - und habe es nicht einmal bemerkt.

 

 

Schlafresistenz

Wenn das Zwergerl schläft, dann schläft das Zwergerl. Tief und fest. Dies hat schon bei so mancher übernachtenden Freundin zu herzlichen Lachanfällen geführt. So erinnere ich mich noch recht lebhaft, dass eine liebe Freundin sich mal vollkommen vor Lachen ausschüttete, weil ich aufwachte mit dem Finger tief in der Nase. Während sie lachte, habe ich die Ameisen gesucht, von denen ich gerade träumte - sie haben mich bevölkert und sind mir in die Nase gekrabbelt. Aber so etwas passiert mir zum Glück nur sehr selten :-) Es gibt nur ein Geräusch, dass ich sofort höre, wenn ich schlafe - das Winseln meines Hundes. Da stehe ich sofort senkrecht im Bett.

Ansonsten kann ich im Schlaf ganz viel, zum Beispiel den Wecker weiterstellen, der dann im Neunminutentakt immer wieder mal klingelt. Auch das führte bereits zu einigen Frustanfällen bei Freundinnen, die ausschlafen konnten, während ich aufstehen sollte - sie waren wach und ich träumte immer noch selig im Neunminutentakt weiter.

Mein Schlaf ist nicht nur hervorragend, sondern mir auch heilig. Hinlegen, einschlafen, fertig. Nichts ist schlimmer, als wenn das nicht gelingt. Muss ich mich erst x-Mal hin und her drehen, ist die Nacht per se schon gelaufen. Zum Glück passiert das fast nie. Egal ob Kaffee, Sturm, Hagel, Wind oder meine Nachbarn oben, die um drei Uhr immer noch Singstars spielen - egal, ich schlafe und wenn sie noch so schief singen. (Also Rock müssen sie wahrlich noch üben!!!) :-)

Nur eine Sache stört meine Nachtruhe und zerstört die Fähigkeit, selig wegzuschlummern - Süßes vor dem Schlafengehen. Dieser schnell verfügbare Zucker aus Kuchen, Keksen, Schokolade und Co sorgt dafür, dass ich todmüde senkrecht im Bett stehe und Samba tanze.

So war es denn auch vor zwei Tagen. Der ganztägige Genuss von Kuchen und Schokolade raubte dem Zwergerl den Schönheitsschlaf. Es wollte und wollte einfach keine REM Phase eintreten. Der Samba wurde immer grantiger und am Ende war es mehr ein genervtes Sambastampfen. Gegen fünf Uhr morgens war dann die Gelegenheit gekommen auf mein Spezialgegenmittel zurückzugreifen: ein Glas kalte Milch. So konnte die Nacht dann doch noch halbwegs gerettet werden.

 

 

Der Rechner ist kaputt

Kaputt ist alles, was nicht funktioniert. In meinem Fall war zwar nicht der ganze Rechner kaputt, aber er kam nicht mehr ins Netz. Da aber 80% der gesamten wichtigen Kommunikation über das Netz abläuft ist das eine Katastrophe.

Da griff das Zwergerl mal wieder zum Telefon, den Retter in der Not anrufen. Und dann entspann sich folgender Dialog.

Retter: Hi

Zwergerl: Der Rechner geht nicht

R: Was geht denn nicht?

Z: Er bekommt kein Netz.

R: Mach mal eine DOS Eingabemaske auf.

Z: Ähhh - ja gerne, wenn Du mir sagst, wo

R: Start, Programme, Zubehör

Z: Hallo!!! Ich habe Vista!!!

R: Ach so, dann such mal.

Z: Was soll ich denn suchen?

R: Die Möglichkeit etwas einzugeben

Z: Ich habe hier verdammt viele Möglichkeiten, etwas einzugeben...

...(irgendwann ist die Maske gefunden)

R: nun schreibst Du: ipconfig, leer, Schrägstrich, also die 7 oben und dann all

Z: tippt mit

Z: und jetzt enter oder?

R: ja

Z: Wow!!! Da steht ganz viel

R: lies mal vor, da muß irgendwo eine ip Adresse stehen.

Z: da stehen ein paar IP Adressen

R: lies mal

Z liest im Schnelltempo alles vor das da steht, überfliegt ein paar Teile, vor allem unbequem zu lesende Buchstaben-Zahlen- Kombinationen

R: Hey, ratter mal nicht alles so runter

Z: liest langsamer

... und dann irgendwann sind wir mal wieder an dem Punkt, an dem wir meinen Rechner mit einem Auto vergleichen.

R: das ist jetzt ungefähr so, als würde ich sagen: starten sie mal ihren Wagen und Du sagst: geht nicht, aber den Zündschlüssel noch in der Hand hast.

....

Z: also, was du mir da erzählst, mag für dich ja logisch sein, aber für mich das so, als würde ich sagen: hey, ich kann mein Auto nicht anlassen und Du sagst: klar, der Auspuff ist ja kaputt und der Scheibenheber funktioniert auch nicht.

....

R: was macht er?

Z: da dreht ein Reifen

R: was?????

Z: ja wirklich, da dreht ein Reifen - ich glaube, das war früher die Sanduhr (jetzt will ich ihn ärgern :-) )

R: also du könntest Dich ja schon etwas mehr damit beschäftigen

Z: also das ist jetzt so, als würde ich Dich in eine Turnhalle mit miteinander verbunden Drähten und Maschinen schicken und sagen: hier, werd mal schlau draus.

R: (lacht) könnte sein.

Z: Eben!! (und holt nochmal zum verbalen Paukenschlag aus)

Z: Du kannst ja mal einen meiner Vorträge umarbeiten

R: Ähhhh!!!!

Z: Siehste!!

 

Aber der Rechner geht wieder :-))

 

 

Das Alter II

Als Frau fühlt man sich irgendwann alt. Nicht wirklich alt, aber immerhin zu alt. Wofür? Das ist vollkommen gleichgültig, es zählt alleine, dass man überhaupt älter wird. Wobei auch das Älterwerden an sich nicht das eigentliche Problem ist, sondern einfach nur die Tatsache, dass man einen älteren Ist-Zustand erreicht und der alte Ist -Zustand unwiederbringlich verloren ist.

Fraglich ist nur, wann dieser Zustand einsetzt. Das ist genau das Gemeine an der Sache: er setzt nicht ein, er schleicht sich ein. So heimlich, still und leise dass es einem überhaupt nicht auffällt. Selbst wenn er da ist, hat man es noch nicht wirklich bemerkt. Aber dann.....

.....dann fragt irgendwann irgendjemand ziemlich ganz einfach mal: Sag mal, wie alt bist Du eigentlich? Und wenn man dann denkt "ohje, was sag ich denn nun? Die Wahrheit?", dann hat man diesen Zustand eindeutig erreicht.

Diese Frage trifft einen dreifach hart:

a) man ist es einfach nicht mehr gewohnt nach dem Alter gefragt zu werden. Das letzte Mal war mit 27. Da wollte einem der Türsteher schmeicheln. Aber heute ist man einfach nicht darauf gefasst, dass man gleich lügen muss.

b) man ist einfach nicht mehr in dem Alter, in dem man überhaupt nach dem Alter gefragt wird. Man hat sich mittlerweile daran gewöhnt, dass alle um einen herum akzeptiert haben, dass man nicht mehr die Jüngste ist und dezent schweigen.

c) man stellt fest, dass man reagiert als wären a) oder b) oder a) und b) eingetreten - und jetzt fühlt man sich richtig alt.

Männer haben es da mit dem Älterwerden viel einfacher - die suchen sich eine junge Freundin und ändern ihr Image komplett. Aus dem alten Knacker, wird eine geldiger Sack. Denn wir alle wissen ja, dass Reichtum und Macht äußerst sexy sind. Für manche jedenfalls... .

 

Blau

Blau ist eine wundervolle Farbe. Sie steht für schönes Wetter, gute Laune, Leichtigkeit und Freizeit. Wir machen blau, fahren ins Blaue, feiern den blauen Montag. Letztlich sagt auch der Zustand "blau" nichts anderes aus, als dass derjenige sich über die Lasten des Alltags erhoben hat und sich in einem tiefen, unkontrollierten Entspannungszustand befindet.

So ein Glück, dass Blau so eine durch und durch positive Farbe ist, denn sonst würde ich mich über die blaue Jeans, die mich beim Tragen vollkommen einfärbt ja richtig ärgern. Denn beim Tragen sehe ich nach einer Weile aus wie ein Schlumpf. Blaue Hände, blaue Nase, blaue Lippen - ich mutiere zum Schlumpf. Man glaubt ja gar nicht, wie oft am Tag man sich ins Gesicht greift. Auch der Fellbesatz in den Schuhen, meine Seife und die Gürtelinnenseite meines weißen Gürtels sind mittlerweile blau. Zum Glück färbt sie nur außen, die Innenseiten bleiben verschont.

Aber nicht bei einer Freundin. Die wurde, weil sie eine ähnliche Schlumpfhose besitzt von ihrem Arzt gefragt, ob sie Krampfadern hat, weil ihre Beine so blau sind. Nein, ich bin ein erfrorener Schlumpf war ihre Antwort.

Nur beim Waschen vergißt diese Hose dass sie färbt. Kein einziges Kleidungsstück würde verfärbt. Eben eine echte Schlumpfhose.

 

 

Verdammt, ich werde alt

Also, da sitzt man unbedarft vor der Glotze und genießt es, auch einmal zappen zu können - und dann bekommt man den Kulturschock des Jahrzehnts. Nicki singt im Musikantenstadl. Im Musikantenstadl!!! Verdammt, Nicki war mal hipp!!! Rauf und runter habe ich sie gehört und mitgesungen - "wenn i mit dir danz....", "i bin a bayerisches Cowgirl". Geträllert haben wir dazu und getanzt bis wir erschöpft und heiser auf dem Sitz zusammengesunken sind. Ich sitze wie paralysiert vor dem Bildschirm und suche im schunkelnden Publikum meine Altersgenossen. Erst finde ich nichts, aber dann - da- ein Mensch in meinem Alter. Im Musikantenstadl. Ob der auch Platten von Hansi Hinterseer zu Hause hat, überlege ich. Mir graut - und wie!! Morgen habe ich bestimmt ein paar graue Haare. Damit passe ich dann noch besser ins Publikum. Schnell wegschalten - ganz schnell. Erleichtert komme ich bei einem modernen Sender an - zum Glück!!! Nena!!! Gerettet!!! - Denkste :-( - "Frau Nena, sie werden nun gerade Großmutter.." Mir bleiben die Popcorn im Halse stecken. Oma? Rockoma? Wo sind die Jahre hin?

Als ich gerade dabei bin in Ohnmacht zu fallen - das machen alte Menschen doch so - fällt mir aber was ein, was in diesem Augenblick für bewußtseinserhaltend bleibt. Als ich gestern im Firmenauftrag in eine Schule lief sagte eine Mama: ah, sie sind bestimmt vom Team. Sie sind noch nicht alt genug, um Eltern zu sein. Okaaayyyyy..... Nun gut, Abrahams Frau war mit 70 Erstgebärende. Da bin ich ja noch früh dran.

Aber eines ist wieder ganz klar: Fernsehen lohnt sich absolut nicht.

 

Bodymasse

Es heißt, ein Körper ist dann schön, wenn er symmetrisch ist. Klingt einfach, ist es aber nicht. Denn der so genannte "goldene Schnitt" besagt, dass ein Kunstwerk dann schön ist, wenn man eine Strecke durch einen Punkt P so teilen kann, dass sich das Verhältnis vom kleinen zum größeren Abschnitt genauso verhält wie das Verhältnis vom größeren Abschnitt zum Gesamtbild. Da ich als Frau per se schon als Kunstwerk gelte, teste ich das einmal durch:

Unterarm von Oberarm liegen im Verhältnis: 50:50

Unterkörper und Oberkörper auch: 50:50

Unterschenkel zu Oberschenkel: 50: 50

Finger zum Arm verhalten sich auch symmetrisch wie Kopf zum restlichen Körper. Passt also alles perfekt! Ich bin ein perfekt durch P teilbares Ergebnis. Juhu!!

Warum zur Hölle sehe ich dann im Spiegel so schief aus? Der Bauchansatz verhält sich in seiner Ausbuchtung nach vorne doch genauso wie der Poansatz nach hinten: perfekte 50:50. Sieht aber trotzdem so aus, als wäre die ganze Geschichte irgendwie unrund. Soll ich mich jetzt rund fressen, damit die Maße wieder stimmen?

Nein, der Irrtum liegt an dem Raum drumrum. Denn dieser muß so gestaltet sein, dass sich eben der ganze Körper perfekt einfügen kann. Im Verhältnis 50:50 natürlich. Das erklärt natürlich, weshalb es nicht gehen kann - mein Spiegel ist eben so groß wie ich und nicht doppelt so hoch und breit. Fazit: Spiegel ist kaputt, denn sonst würde ich viel schöner aussehen.

Das kann ja nix werden. Außerdem ist es nach dieser Raumeinteilung unmöglich, in einem Sarg noch sexy auszusehen. Na, das ist wohl auch nicht so wichtig, denn auf meinem Grabstein wird ja nicht stehen "sie war sexy bis in den Tod hinein", sondern so etwas in der Art "ein lieber und guter Mensch hat uns verlassen".

Dann betrachte ich meine Wohnung: eindeutig zu groß. Wenn ich sage dass mein Körper eine Volumen von 43X23 cm aufweist, dann besetze ich 98 cm². Meine Wohnung hat aber gute 70 m². Deshalb wirke ich in meiner Wohnung also so unscheinbar - ich bin ein asymmetrischer Punkt in der Landschaft. Geht das Licht aus, sieht man mich gar nicht mehr.

Da könnte man sich nun natürlich fragen, weshalb dann alle immer abnehmen wollen, wenn es einen noch unvorteilhafter ins Verhältnis setzt. Aber ich habe es herausgefunden: Leute die abnehmen stehen ständig am Kühlschrank rum, das ist ein Naturgesetz. Und mein Kühlschrank hat exakt die Maße, die es braucht, um mich im vorteilhaftesten Licht dastehen zu lassen: exakt so hoch wie meine Beine, also 50:50 zu meiner Höhe und exakt das doppelte Volumen im Umfang. Perfekt, hier mache ich meinen Sitzstreik.

Und sollte ich mal einen neuen Lover empfangen, dann setz ich mich auf den Boden in die Besenkammer, die auch exakt das doppelte von mir ausmacht in Breite, Höhe und Länge. Endlich verstehe ich auch Boris Becker :-))

 

 

Schokoladenseiten

Ich geb es zu: ich bin ein Schokoholiker. Absolut. Das heißt jetzt nicht, dass ich mir kübelweise Schokolade reinschaufele, aber es heißt schon, dass ab und an eine Mahlzeit durch die süßen Träume ersetzt wird.

Klar, dass ich neugierig meine Nase in die Zeitung stecke, wenn ich einen Artikel darüber lese, welche Menschen welche Schokolade zu sich nehmen. Da heißt es beispielsweise: junge Menschen essen gerne Noisette, wenn man älter wird neigt man eher zu Vollmilch. Mich traf das blanke Entsetzen: in meinem Kühlschrank schlummerte gerade eine angebrochene Tafel Vollmilchschokolade. Sofort suchte ich die ersten grauen Haare - fand aber nichts. Kein einziges graues Haar. Dann fiel mir ein, dass ich ja am Vormittag eine ganze Tafel Noisette verspeist hatte und konnte erleichtert aufatmen. Seitdem vermeide ich Vollmilchschokolade die der Teufel das Weihwasser. Wer will schon offiziell bescheinigt bekommen, dass er alt wird?

Dann mußte ich an meine Oma denken: sie liebte Trauben- Nuss. Ja, paßt ja auch irgendwie zu den schrumpeligen Rosinen, die sich in der Schokolade tummeln. Dass ich ab und an auch Traube-Nuss superlecker finde verschweige ich einfach am besten. Diese Sorte ist bei mir nur dann angesagt, wenn ich nach einem ausgiebigen Schaumbad Schrumpelfüße habe und damit kann ich leben. Zumindest bin ich so etwas wie eine eigerlegende Wollmilchsau was das Alter betrifft: an den Füßen alt und grau, meistens jung und ab und an erwachsen. Eine sehr gesunde Mischung finde ich. Die Kinderschokolade fällt dann wohl ins Neugeborenenalter und davon nehme ich auch genug zu mir.

Da sieht man es wieder: man kann wirklich alles kategorisieren. Alles! So ein Glück, dass viele Männer niemals alt werden. Bitterschokolade kam in der Auflistung nicht vor und Snickers auch nicht. Ich glaube einfach: ein Mann wird dann alt, wenn er anfängt, Weihnachtsgebäck heimlich zu naschen. oder wenn er von einem echten Bier auf Biermixgetränke umsteigt, weil der den Rest nicht mehr so gut verträgt.

 

OOOOOFIONE

Zu gerne erinnere ich mich an die Zeit, als Fendrich immer lauthals im Radio sang: OOOOOOFIONE! Das ist natürlich ein klassischer Wumbaba :-)) (wer nicht weiß, was das ist, der möchte bitte Axel Hacke fragen) In Wirklichkeit sang Fendrich natürlich: OOOOOOOOben ohne!  Macht auch mehr Sinn, wenn die Herren der Schöpfung nicht mehr an sich halten können, weil die Rippen so wippen. Denkste!!! Die Zeiten in denen die Männer das mit offenem Mund staunend da stehen ließ sind genauso lange vorbei, wie die Zeit in der ein Filmkuss als öffentlicher Sex verschrien wurde. Ich hab das nämlich ausprobiert. Nicht ganz freiwillig aber immerhin ausprobiert. Das alleine zählt. Es gibt ein Wort das ich seitdem nicht mehr sagen kann ohne dass gewisse Menschen in meiner Umgebung lachen: Therme Erding - Rutschenparadies. Hier also frönte das Zwergerl ihrer Wasserleidenschaft und rutschte um die Wette. Ist ja ganz einfach: auf grünes Licht warten, Rutschen, ins Wasser platschen, Welle machen, Wasser aus den Augen wischen und kucken, dass die Kontaktlinsen nicht rausfallen, aufstehen und dem nächsten Platz machen. Aber nirgends steht etwas von: Bikinioberteil in Halshöhe schieben. Leider! Denn wäre das da gestanden, dann hätten sich die knutschenden Teenies nicht über mich totgelacht, wie ich da wie ein kleines Kätzchen meine Augen reibe und mir nur denke: komisch, wieso patscht denn der Busen an den Bauch.

Nachdem ich mich dann doch wieder halbwegs angekleidet hatte und nun beim nächsten Rutschen mein Oberteil ganz fest in beide Fäuste krallte ging es also weiter. Aber dennoch, irgendwie zehrte diese Erfahrung an meiner Würde. Wenn man dann seine Würde wieder aufbauen muß gibt es nur ein Mittel: schauen, ob das nicht noch mehr Mädels so geht. Und siehe da: Voila!!! Man muß nur lange genug an einer Ecke stehen bleiben und warten und geduldig hoffen, dass sich noch mehr Damen so endlos blamieren. Ich zählte mit Genugtuung: eins, zwei, zweieinhalb (obwohl diese halbe Entblößung bei der Oberweite schon fast als ganze durchging), dreidreiviertel (diesmal lagen beide blank, aber so winzig, dass es eigentlich schon Wurst war).... es war ein vergnüglicher Nachmittag.

Den Bikini habe ich allerdings zu Hause entsorgt, nachdem sich die Hose im Sprudelbad fast selbständig gemacht hätte. Eines steht fest - in die Therme geh ich nur noch in Ritterrüstung.

 

Jeder sollte mal einen Obst- und Gemüsetag einlegen...

...dachte ich mir. Die Inspiration dazu kam, als gerade jemand an mir vorbei lief und einen Gang hatte, als hätte man ihm eine Gurke in den..... nein, lassen wir das, solche Obszönitäten gehören nicht hier her. Aber inspirierend war es dennoch. So stellte ich mir denn die Entgegenkommenden mit verschiedenen Fruchtsorten und Gemüseeinlagen vor. Ein junges Mädchen mit Pfirsichhaut, eine alte Dame, auch mit Pfirsichhaut, ein kleiner Mann im großen Benz bekam ein Gewürzgürkchen zugeschrieben, Obama am Strand - da fiel mir gar nix ein, denn dieser Anblick ist einfach atemberaubend, Putin mit nacktem Oberkörper in rosiger Hautmanier erinnerte mich an eine gekochte Zuchini auf dem Marlborohengst. Aber dann, auf dem Weg zur S-Bahn sah ich etwas, was jede Kategorie sprengte: eine Stewardess auf dem Weg zum Flughafen, mit Trippelschritten alá Monroe mit Ukulele. Auch das kleine Käppchen stimmte. Eindeutig Kategorie Sahneschnitte. Aber da diese Dame absolut nicht in den Diätplan paßt sollte man sie einfach übersehen. Und Mädels, hier ist er, der eindeutige Grund, weshalb Frauen andere Frauen wie Luft behandeln: Luft macht eben nicht dick :-)

 

Brüste am Flughafen

Die Welt ist ungerecht - eh klar. Immer gibt es ein paar, die bevorzugt werden. Vor allem Mutter Natur verfolgt bei der Bevorzugung einem sehr eigenwilligen eigenen Muster. Da gibt es die Schönheiten, die straßenköterblonden Mädels, die ohne Henna völlig aufgeschmissen wären, die Flachbrüstigen, die sich am liebsten unters Messer legen würden um mehr Oberweite zu bekommen und die schmallippigen Botoxbienen. Bezieht man sich auf Charles Darwin und der Annahme "survival of the fittest" dann dürfte sich hier in den nächsten Jahren auf jeden Fall andere Selektionskategorien entwickeln als bisher. Das liegt an den Flughäfen. Und daran, dass die ohnehin von Mutter Natur bevorzugten Oberweiten an den Flughäfen eine besondere Aufmerksamkeit zukommt.

So erging es auch einer guten Freundin. Ihren Namen halte ich geheim. Ihre Oberweite erfreut sich jedoch eines mächtigen Bekanntheitsgrades, denn sie ist einer der mit sehr viel Holz vor der Hütte gesegneten (manchmal auch gestraften) Mädels.

Sie ist also am Flughafen, hat das lästige Einchecken hinter sich und begibt sich durch die Sicherheitskontrollen. PPIIIIIIEEEEEPPPP sagt die Duchscannmaschine - klar, die freut sich über so viel Oberweite. Sorry, sagt die Dame am der Kontrolle, ich muß das mal checken. Denn bei der Oberweite kann es unmöglich sein, dass sich dahinter Luft verbirgt. Vielleicht ist ja eine Bombe unter der bombigen Oberweite versteckt. Noch während sie sich drauf vorbereitet, dass sie gleich einen BKG (Brustkontrollgriff) bekommt - SCHWUPP - einmal in die Vollen. Und gleich noch einmal - SCHWUPP - einmal zwischen die Vollen. Noch bevor Entsetzen aufkommen kann ist alles vorbei. Beschämt sieht sich Frau um - ufff - kein Mann hat gekuckt, denn die sind alle damit beschäftigt, die Gürtel wieder an ihren Hosen zu befestigen und die Hemden wieder brav in die Hose zu stopfen. Um den EKG sind sie grade noch herumgekommen.

Hoffentlich lebe ich lange genug, um irgendwann zu erfahren, ob Frauen mit piependen Brüsten die besseren Auswahlkriterien haben, weil ihre Brüste so herrlich pfeifen können. Vielleicht ein bisserl so wie bei den sekundären Geschlechtsmerkmalen von Vögeln, deren Chance sich signifikant verbessert, wenn sie ein protziges Farbenspiel des Gefieders aufweisen. Bei uns gibt es sogar einen Schwan der in ein Tretboot verliebt ist und ihm seit Jahren treu überall hin folgt.

 

 

Das Zwergerl ist Autobesitzer

Hurra!!! Kaum sind vier Monate und vier Tage vergangen hat das Zwergerl ihr neues Auto bekommen. Klar, dass die Farbe nicht die Bestellte ist und auch klar, dass es eben vier Mal so lang gedauert hat als geplant - aber jetzt steht er da: silbern, klein, neu und praktisch, sparsam im Verbrauch und natürlich mit Wunschkennzeichen (wobei das auch schon wieder relativ ist, weil man sich vier Wunschkennzeichen aussuchen muß, falls es eines nicht mehr gibt).

Es beginnt die für ein Auto wichtigste Phase des Lebens: das Einfahren. Das ist die Grunderziehung. Was mein Auto nun nicht lernt, lernt es nie mehr. Das Einfahren ist sozusagen die Erziehung zur Sparsamkeit und Bescheidenheit. Nicht zu schnell, nicht über 3000 Umdrehungen pro Minute. Schön langsam bringe ich nun meinem Auto die Grundzüge des Lebens bei: fahr schön langsam und bedächtig und laß Dich nicht von anderen durcheinander bringen. Stehe, nein fahre zu Deiner Meinung und ignoriere die Angeber. Es juckt uns nicht, wenn wir auf der Autobahn zwischen zwei LKWs hängen und ein Fiat Panda mit Lichtgeschwindigkeit an uns vorbei braust wie ein Flummi im Weltall und die Insassen höhnisch grinsen. Wir gehören zu unserer eigenen Gruppe, die mit den grünen Schildchen auf dem Nummernschild, das uns sagt: Ätsch, zum TÜV fahren wir erst 2012. So geht es im Augenblick vielen. Viele dieser grünen Mitstreiter zockeln mit 40 durch den Straßenverkehr, um das Auto sanft an das Leben heranzuführen. Das gilt für BMW und Mercedes genauso wie für die ganz kleinen.

Was passiert, wenn man sich mal nicht an diese Regeln halten kann, sieht man sofort. Einmal mußte ich die magische 3000 reißen - die Quittung kam umgehend, sofort geriet mein Auto in eine psychologische Notsituation und ich dachte ernsthaft daran das Kriseninterventionsteam zu bestellen. Er bekam psychisch bedingten Husten und fing an zu stottern. Dabei schüttelte er sich und fröstelte. Ich hab dann mit ihm geredet - jetzt geht es wieder. In ein paar Hundert km ist es dann erwachsen - und die Pubertät, die bei einem Auto von 1000km bis zu 1500 km reicht, die bekommen wir auch noch rum.

 

Gegenstände anders

Wir leben ja grundsätzlich schon mal in einer ziemlich zivilisierten Gesellschaft. Ein typisches Merkmal dafür ist, dass wir viele Gegenstände besitzen und eigentlich auch alles kaufen können, was irgendwie praktisch sein könnte. Autostaubsauger für Tierhaare, Dosenöffner mit Magnet für den Deckel, mp3 player mit Videooption. Das sind ja durchaus nützliche Dinge. Dann gibt es Dinge, die heben wir das ganze Jahr auf, weil wir sie eben nur einmal im Jahr brauchen wie zum Beispiel die Grillzange oder die Weihnachtsdeko. Da überlegt man sich das dann mit der Anschaffung - schafft sie aber dann spätestens an, wenn die versilberte Zuckerzange in den Garten wandert und als Grillzange mißbraucht wird. Oder ein männliches Wesen eine Haarausraufkrise bekommt, weil eine Frau es völlig normal findet, die Nägel mit einer Konservendose in die Wand zu schlagen und sie mit der Nagelschere wieder herauszuziehen. Jeder hat eben recht eigenwillige Gewohnheiten. Manches besitzen wir dagegen doppelt und dreifach - und damit meine ich nicht die Zahnbürste, die man wunderbar zum Badezimmerreinigen benutzen kann oder die Pinzette, die auch wunderbar dafür geeignet ist, die Hundehaare aus dem Waschbecken im Gästeklo aus dem Abfluß zu pulen. Kein Handy mehr ohne Radiooption, kein Navi ohne Computer und Microsoft Word und Exel. Und so habe ich zum Beispiel nicht einen mp3 player, sondern sage und schreibe sechs. Auch nicht einen Fotoapparat, sondern vier. Wie kommt denn das? Also da sind drei Handys, zwei davon sind die alten - beide natürlich mit Kamera. Dann besitze ich einen uralten mp3 player, einen zum Laufen und einen zum Vergnügen. Dazu kommen dann noch die mp3 player aus den Handys und aus dem Navi - ja, was wäre denn ein Navi ohne mp3 player. Natürlich habe ich auch drei Fotoapparate - einen alten, der noch Bilder macht, einen neueren mit Digital und eine supercoole Digicam, die halb so groß ist, wie der andere, keine Batterien mehr braucht und viel besser ist.

Und wenn ihr jetzt mal zählt, dann sehr ihr, dass ich viel mehr mp3 player habe und ich bin ziemlich sicher, dass das vielen so geht. Letztlich ist es aber dann doch so, dass man sich eben das Teil holt, das man braucht. Ist ja auch blöd, wenn das mp3 Spiel, das man grade spielt abstürzt, weil grade wieder jemand mit einer zusätzlichen Flatrate auf meinem Handy für einen ausgiebigen Ratsch anruft.

Manchmal sehne ich mich in unserer doppelten und dreifachen Welt nach der Zeit zurück, als man das erste Mal völlig verliebt in seinem Zimmer saß und auf den angekündigten Anruf des Angebeteten wartete. Blockierte dann die Schwester das Familientelefon für fünf Minuten brach die Katastrophe aus. Rief er dann endlich an übertönte Papas Stimme alles: Mach mal die Leitung wieder frei!! Dann stellte man das Telefon zurück in den Flur und mußte es nicht lange mittels Pingtaste suchen, weil man es wieder mal irgendwo in der Wohnung verlegt hat.

 

 

Adonisse

Der Frühling zieht ins Land - naja, eigentlich wurde es ja eher von heute auf morgen Hochsommer. Und kaum ist es warm draußen, da treiben sich auf den Straßen die wunderlichsten Gebilde herum. Vor allem die des anderen Geschlechts. Naja, vielleicht liegt das auch nur daran, dass man als Frau für die weiblichen Modeausrutscher mehr Verständnis hat.

Sieht man sich jetzt auf den Straßen herum kommen wirklich sehr wundersame Gestalten angeschlendert. Männliche Mauerblümchen, bei denen man die Feinrippwäsche schon unter den Shorts erahnen kann, die Caprihemdenträger, die sich im Jahrzehnt geirrt haben, die V-Ausschnittspulliträger, denen die Mama mit 50 noch die Wäsche rauslegt und, nicht zu vergessen, die coolen Jungs, die im coolen Schlendergang mit cooler Sonnenbrille pfeifend durch die Gegend laufen und dann gegen die Laternenmasten knallen, weil sie durch ihre Sonnenbrillen nicht mehr durchkucken können. Vor ein paar Jahren hatten die coolen noch Handys am Ohr, das war vielleicht weniger gefährlich. Jedenfalls für die Laternenpfähle.

Da stellte ich mir die Frage: kann man eigentlich aus jedem Mann einen Adonis machen? Ich glaube ja! Haare richtig stylen, den Klamottenstil anpassen. Dabei zu allererst mal die Hemden und T-Shirts aus den Hosen ziehen, dann kann die Plauzn auch nicht drüberhängen. Ihr sehr also. liebe Männer, ist gar nicht so viel Aufwand.

Aber wie geht es dann weiter? Nun, zuerst einmal: lasst erstmal den Mund zu. In Zeiten der Hormonhaushaltsdurcheinanderwirbelung kommt da nur Mist raus. Wartet einfach, bis es mal regnet, dann wird es gleich besser gehen. Bei Hagel und Gewitter könnt ihr dann immer noch den Namen der Angebeteten erfragen. Dann - bitte: Fragen nach Rasierzeug sind für eine erste Kontaktaufnahme nicht geeignet. Das kann man immer noch fragen, wenn man den Vornamen der Dame kennt. Drittens: kein Salto in die Isar - das ist übertrieben. Keine Frau will einen Mann der sich in die Fluten stürzt und dann verendet. Viertens: nicht in die Mitte des Körpers kucken, zumindest nicht die ganze Zeit. Mädchen sind meist keine Bauchredner. Fünftens: nicht strunzbesoffen über den Hund herfallen. Das paßt dem Hund nicht und damit auch dem Frauchen nicht.

Sollte es dann diese Saison nicht klappen, dann wartet ein bisserl: der nächste Winter kommt bestimmt.

 

Das Zwergerl beim Autokauf

Meine Güte, der Automarkt ist zur Zeit ein echtes Chaos. Da tut man sich als Frau, die sich ohnehin nur für eine schnieke Aufmachung und eine ansprechende Farbe interessiert, wirklich schwer. Da mein Alter mich aber nun mit einem Zylinderkopfschaden endgültig verlassen hat (ich meine das Auto - Männer haben keinen Zylinderkopf - zumindest nicht mehr) begab ich mich die letzten drei Wochen intensiv auf Autosuche und versuchte den Automobilmarkt mit meinem eingeschränkten Wissen zu durchdringen.

Zunächst ein Hinweis an alle: es heißt: Abwrackprämie und nicht Abschlackprämie und auch nicht Abschlankprämie. Ich sehe ja ein, dass wir Damen uns da schwer tun, aber so viel Ordnung muß sein. Eine Entschlackprämie wäre vielleicht einmal was, da würde ich vielleicht sogar mitmachen. Für jede entschlackte Zellkultur ein Stück Schokolade, das wäre es!!

Auf jeden Fall begann ich mit meiner Suche auf die herkömmliche Art: Man nimmt die Zeitung und das Internet und schaut rein. Dann stehen da Daten und man nimmt den Preis und schaut die gefahrenen km an. Dann die Farbe des Wagens. Wenn alle drei Elemente zusammenpassen ruft man an. Doch die Antworten hören sich anders an: der ist zum Ausschlachten gedacht, ich schlacke den ab. Aha? Darum ist der so günstig. Nein, der Preis gilt nur für die Reifen und den linken Fensterheber. Oha! Oder: das ist ein Diesel. Jaja, der Automarkt ist schlecht, seit wir alle ein Ampelsystem an der Scheibe tragen. Gut, wenn das alles nicht hilft, dann geht man zum Händler.

"Ich hätte gerne eine Probefahrt" - Händler lacht.

"Ich interessiere mich für den Citroen C1" - Händler lacht.

Warum lachen die denn alle. Ganz einfach, solchen Luxus hat man nur, wenn Autos zur Verfügung stehen. Aber nicht, wo ganz Deutschland, Männer wie Frauen ihre Autos abwracken und die Hallen leer sind.

Letztlich hat das Zwergerl es aber geschafft ein Auto zu ergattern, dass in vier Wochen  (nicht Monaten oder Jahren) lieferbar ist. Zack, Vertrag abschließen, schnell. Und nun heißt es warten. Aber ich habe ihn noch bekommen, einen Tag später wäre es wohl nicht mehr gegangen.

Aber ganz wichtig: der neue ist blau :-) Und meinen alten hab ich in die Zeitung gesetzt: nein, nicht zum Kaufen, zum abschlanken.

 

Die Männlichkeit sieht man an der Toilettenspülung

Glaubt man nicht, oder? Ist aber so!! :-) Alle Frauen wissen, dass Frauen Ordnung und Sauberkeit lieben und Männer nichts als Chaos verbreiten. Das ist ja kein Geheimnis. Das Bett ist nicht richtig gemacht, die Falten liegen quer, nicht diagonal, der Teddy auf der Couch sitzt nicht im richtigen Winkel, beim Kochen in der Küche entsteht ein Schlachtfeld, wenn man die Jungs da rein läßt und Staubsaugen tun sie auch nur halb - die Männer. Sie sehen keinen Schmutz, finden Bierflaschen gemütlich, lieben ölverschmierte Hände und nichts läßt ihren Glückspegel höher klettern, als eine alte, ölklumpige Fahrradkette im Waschbecken zu reinigen. Wenn die Kette dann wieder am Rad dran ist, dann ist ihr Glück perfekt. Wie das Waschbecken dabei aussieht ist ihnen gleichgültig. So sind sie! Sie verstehen die Aufregung nicht, die uns Frauen überfällt, wenn die weiße Tischdecke als Ablage für den dreckigen Werkzeugkasten dienen muß oder wenn die Matschspuren auf den weißen Fließen uns in den Wahnsinn treiben.

Gestern hatte ich gleich zwei dieser Musterexemplare in meiner Wohnung. Meine Toilettenspülung, mein Drucker und mein Rechner waren kaputt. Das ist ein guter Grund laut um Hilfe zu rufen. Das Prozedere, das folgte, war gigantisch. Also, erstmal Drucker aufschrauben und basteln, was das Zeug hält. Die Kartusche dabei bitte auf dem Massivholzschreibtisch platzieren, damit sie am Boden nicht schmutzig wird. Dann trifft mich die Anweisung: bitte Staubsauger holen. Klar, mach ich, das laß ich mir nicht nehmen, wenn jemand bei mir saugen will. Weit gefehlt - der Staubsauger sollte nur das Innenleben des Druckers reinigen. Weiter zur Toitettenspülung. Uiiii, schau mal, das ist so verkalkt, das kann ja nicht mehr schließen. Toll!!! Welch eine Wonne!! Wildes Reinigen meines Spülkastenbestandteils. Nein, dafür reicht nicht ein Kübel, es muß das Waschbecken sein. Aber auch das genügt nicht. Nein, die Kalkschalen müssen schon gut im Bad, an der Wand und am Boden verteilt werden. Die Decke haben sie ausgelassen. Nach fünf Minuten erkenne ich meine Wohnung nicht wieder - hier sind eindeutig die Anzeichen männlicher Glückseligkeiten hindurchgefegt.

Da ich mich selbst beim Reinigen des Toilettenspülkasteninventars mit der Nagelfeile in den Daumen gestochen habe und blute (dieses Werkzeug war wohl hierfür nicht geeignet - seufz) kommen meine eigenen Interessenslagen noch hinzu. Verbandskasten, Pflaster, Betaisadonnalösung winken mir neben Schraubenziehern, Rohrzangen und Disketten leise zu.

Meine Wohnung - ein Pfuhl der Männlichkeit. Aber: glücklich waren sie. Männliche Ordnung ist eben auch eine Ordnung. Nur halt eben eine ganz andere. Hurra!!

 

Der Dumme ist immer der Depp - oder der Patient

Auch Ärzte zeigen ihr wahres Gesicht, vor allem kurz vor Weihnachten und Jahresende. Zugleich ist diese Odyssee ein schönes Beispiel dafür, wie es einem ergehen kann, wenn keiner weiß, wer oder was man ist.

Seit Jahren habe ich, bedingt durch einen Ärztepfusch große Schwierigkeiten mit den Nasennebenhöhlen. Die letzten Jahre hat sich dann gezeigt, dass ich im Winter eine Erkältung nach der anderen habe. Diesen Winter ist es so schlimm, dass ich rhythmisch exakt alle vier Wochen wieder eine so dicke Erkältung habe und mir fast der Kopf platzt. Um nun auszuschließen, dass grundlegend etwas nicht stimmt beschloss das Zwergerl also, einen Allgemeinarzt aufzusuchen und eine Blutprobe machen zu lassen. Damit beginnt diese Geschichte.

Als ich also die Praxisräume betrete, werde ich zunächst liebevoll empfangen. Ich bin ja neu und vielleicht will man mich auch in diesen schlechten Zeiten als Patient behalten. Um mir den guten Willen zu zeigen werde ich durch das Sprechzimmer vorbeigeschleust und auf eine Wärmematte gepackt. Zugegeben, ist angenehm. Nach zehn Minuten bin ich gebacken. Nach dem Backofen und einer Stunde Wartezeit marschiere ich dann endlich ins Sprechzimmer. Die Ärztin kommt gleich zur Sache, nimmt mir Blut ab und spritzt mir dann einen Schleimlöser in die Vene. Bei der nächsten Spritze stoppe ich sie: Was ist das? Sie: ein kortisonhaltiges Mittel. Ich: Wozu? Sie: na, das wirkt entzündungshemmend. Ich: kommt überhaupt nicht in Frage. Mein Immunsystem ist ja offensichtlich schlecht genug, da kommt kein Kortison rein. Gut, wir lassen es. Aber es geht zum Röntgen. Nein, nicht in der eigenen Praxis, drüben beim Kieferchirurgen. Okay *seufz*. Wieder fülle ich einen Zettel aus auf dem alle meine Kinderkrankheiten stehen. Und werde geröntgt. Fazit: ups, jetzt haben wir die Kieferhöhle nicht ganz drauf. Aber sie haben gute Zähne. Ja, vielen dank, das weiß ich schon. Dann setzt er mich auf den Zahnarztstuhl, untersucht meine Zähne (ich war bereits bei der Kontrolle und zwar bei meiner Zahnärztin, die ich niemals eintauschen würde). "Haben sie schon mal an eine Zahnreinigung gedacht?" Ich: "Ja, die mache ich regelmäßig." Er: "machen die das auch richtig?" Ich: "keine Ahnung, ich bin zufrieden" Langsam werde ich ungeduldig, denn ich bin hier wegen einer Nebenhöhlenentzündung und nicht wegen meiner Zähne. Zudem sollte er bei der Entzündung ohnehin keine Reinigung machen, weiß er aber anscheinend nicht. Dann erklärt er mir, dass er den Kiefer aufschneiden und die Nebenhöhlen räumen könnte. Ja, geht´s noch!!! Schuster bleib bei Deinen Leisten. Das macht ein HNO, nicht du!! Und schon gar nicht, wenn alles entzündet ist, was bei einem Schnupfen ja normal ist. Er meint: Sie könnten eine Zyste haben. Ja, ist mir auch klar, dass man das in einem akuten Entzündungszustand nicht sehen kann. Ich werde langsam ungeduldig und sage ihm, dass man das schon lange nicht mehr über den Kiefer macht. Paßt ihm nicht, klar, denn als Zahnchirurg darf er nicht in meine Nase schneiden. Ich bin eine sehr unergiebige Patientin, es gefällt ihm nicht. Nun, gerade als er ansetzt zu erklären schneide ich ihm das Wort ab: können wir jetzt mal wieder rübergehen? Er trottet hinter mir her, zurück in die allgemeine Praxis. Hier werde ich dann gleich wieder weitergeschickt - dieses Mal zum HNO, zweite Meinung einholen. Ich überlege - mache ich diesen Spaß jetzt mit oder gehe ich heim oder rauf zu meinem HNO, der im gleichen Haus ist. Aber gut, denke ich, der Hund ist im Kindergarten, ich habe also Zeit. Und lasse mich zum nächsten Arzt überweisen, ein paar Straßen weiter. Bei meinem HNO hat meine Ärztin ohnehin grad aufgehört, vielleicht ist die ja brauchbar. Das erste, was sie macht ist literweise Nasentropfen in mich reinzuschütten. Ich will protestieren, aber das Zeug ist drin. Mist, jetzt habe ich wieder eine so trockene Nase. Dann geht es ab zum Allergietest. Ich bekomme haufenweise Tropfen auf meinen Arm "Pollen, Birke, Gräser, Hunde, Katzen, Milben etc." Und siehe da: ich bin genau gegen die Dinge allergisch, die ich weiß: Hausstaub. Aber jetzt hab ich es wenigstens amtlich. Während des Testes sitze ich mit beiden Armen ausgestreckt da und die Nasentropfen tropfen auf meinen Pulli. Ein jämmerliches Bild. Nun kommt die Diagnose: sie haben mit Sicherheit ein chronisches Nasenleiden. Ja, danke, das wußte ich schon. Und sie haben sich dazu die Nase auch mal gebrochen. Ja, danke, das wußte ich auch schon. Und jetzt kommt exakt die gleiche Diagnose: drei Monate Kortisonhaltiges Nasenspray (das hatte ich auch schon), in vier Wochen ins CT (haben wir vor ein paar Jahren auch schon gemacht) und dann kommt die Entscheidung: OP oder nicht. Okay, damit kann ich leben. Bei der HNO bleib ich jetzt erstmal und lasse sie das fertig machen.

Am nächsten Tag komme ich wieder in die Allgemeinpraxis, meine Blutwerte sind da. Alle Top, keine Anzeichen für chronische Entzündungen, alles super, nur Eisen zu niedrig. Gut, führe ich ein bisserl zu. Dann bekommt sie mit, dass ich SanHelfer bin. Der Ton ändert sich. Ach wissen Sie, ich hab das mit dem Schleimlöser nur gemacht, weil es hätte ja sein können..... . Interessant, es ist wirklich entscheidend, wer jemand ist, was er ist und was er kann. Sonst schicken sie einen von Pontius zu Pilatus und wieder zurück.

Diese Odyssee genügt mir und mir bleibt nur noch eines zu sagen: Frechheit, wie sinnlos man in den Praxen rumgeschickt wird nur damit man die Kassen noch füllt, bevor das Quartal zu Ende ist. Und so langsam wird mir auch klar, warum unsere Kassen pleite sind.

 

Das Grauen im Dirndl

Wies´nzeit ist - und damit beginnt die fünfte Jahreszeit, die sich klimawandlerisch immer mehr zur Zeit des Dirndlgrauens entwickelt. Doch, ich ziehe das Dirndl gerne an und nein, eigentlich stört es mich nicht, wenn auch mal eine Besucherin aus dem Rest Deutschlands ein solches trägt. Aber was sich in letzter Zeit so verschiebt ist wirklich sagenhaft. Da weigert sich die Frau unseres Ministerpräsidenten eine bayerische Tracht anzuziehen und zieht einen Postergarniturstoff vor, gleichzeitig aber stopfen sich Mädels in traditionsgewandähnliche Kleidungsstücke, die mit der ursprünglichen Tracht nichts mehr zu tun haben. Geht man durch den Hauptbahnhof muß man nur einmal stehenbleiben und verweilen - und schon erlebt man die herrlichsten Ausrutscher. Man sieht die letzten Jahre verstärkt immer mehr Dirndlverschnitte, teilweise mit Latexrock und Polyesteroberteil (der Landhausbilligstil ist zum Glück weitgehend verraucht.) Entsprechend riechen die Polyesterdamen dann auch nach einer Stunde im Zelt.

Da kommen mir gestern zwei Mädels entgegen - sie trugen Minidirndl und sahen eigentlich ganz süß aus. Bis, ja bis eine der beiden den Mund öffnete und zu ihrer Freundin in breiten türkdeutsch sagte: "EY MANN, EY, HALT MAL DIE FRÄSSE." UUUPPPSSSSSS, was steckt denn da im Stoff, denke ich, Mädel, halt doch einfach dei Goschn - da kriag i ja Angst. Oder eine andere Dame, die sich im Minidirndl setzt, sich minimal nach vorne beugt, um den Stuhl heranzuziehen und dabei einen Vollmond im String entblößt.

Nein, ehrlich, man muß doch nicht alles mitmachen. In der Pubertät verstehe ich das ja, aber doch nicht als Erwachsene.

Nun, ich finde mich damit ab und beginne, die Qualtiäten der Tracht einem entsprechenden Inhalt zuzuschreiben - mit Erfolg! Zum Glück kann man Stil nicht kaufen, den hat man oder hat man nicht - und das erleichtert mich dann doch ungemein. Ich entscheide: ich bleibe meiner langen, oberbayerischen Traditionstracht treu - und im nächsten Jahr ergänze ich meine blau/rote Dirndlgarnitur um ein schönes, zartrosa Gewand in Bodenlänge :-)

 

Und vielleicht, meine Damen, achtet Ihr einmal ein bisserl darauf, wie Ihr Eure Schleifen bindet - es ist zwar möglich, aber wenig vorstellbar, dass eine mit 20 Jahren schon Witwe und eine mit 35 Jahren noch Jungfrau ist.

 

Also:     Schleife links: ich bin noch zu haben

            Schleife rechts: ich bin verheiratet, verlobt

            Schleife vorne: ich bin noch Jungfrau

            Schleife hinten: ich bin Witwe

 

 

 

 

 

 

 

Mal wieder an der Kasse

Also, ehrlich, ich bleibe dabei - Supermärkte sind eigentlich Schnuppermärkte, zumindest dann, wenn man das wahre Wesen mancher Wesen erschnüffeln möchte.

Da war das Zwergerl mal wieder auf dem Weg zur Kasse mit ein paar Teilchen in der Hand. Ein Einkaufswagen wäre dafür wahrlich Verschwendung gewesen. Nicht jedoch für das junge Männlein, das gleichzeit mit mir am Ende der Schlange ankam. Na, die Zeiten als Herren noch Herren waren sind lange vorbei und so bestand das Männlein auf seinen Sekundenvorteil beim Erreichen des Kassenfließbandes. Nun beginnt er seine sieben Sachen auf das Fließband zu positionieren - gut, viel hat er auch nicht, aber einen Berg Flaschen, die gezählt werden wollen. Ist mir aber auch völlig egal, ich finde ihn jetzt schon äußerst flegelhaft und sozial inkompetent und könnte ihm in den Hintern treten. Das wird nicht besser, als er es irgendwie fertig bringt, sich so an dem vier Meterlangen Kassenlaufband hinzustellen, daß er drei Meter davon blockiert. Langsam strapaziert er meine Geduld doch mächtig. Aber endlich kann er nicht mehr anders, er muß mit seinem Wagen ein paar cm nach vorne rutschen. Und ich denke: So, Burschi, jetzt ghörst der Katz! - und beginne, meine drei Habseligkeiten ganz nah an seine Weintrauben zu legen. Das Klopapier behalte ich höflichkeitshalber in der Hand. Amüsiert sehe ich ihm zu, wie er in Bedrängnis gerät. Er sieht nach vorne, tastet suchend den Rand des Laufbandes ab - ja, Himmel, wo sind denn bloß diese Trennteile. Hehe, ich triumphiere innerlich, es gibt nämlich nur eines und das hat der Kunde vor mir. Mein Teufelchen auf der Schulter flüstert mit ins Ohr: Lächeln, Zwergerl, immer nur lächeln. Klappt prima! Ich lächele zuckersüß vor mich hin. Das Band fährt und fährt langsam nach vorne - er fängt an zu schwitzen, denn wenn die Kassiererin jetzt nicht bald das Trennteil freigibt, dann zahlt er meine Sachen mit. Hach, das Leben ist einfach herrlich. Endlich, endlich, gibt die Herrin über den Kassenbereich frei und schnell krallt er es sich, schmeißt es über seine Weintrauben und hört auf zu schwitzen. Schade. Aber gut, ich beobachte ihn einfach weiter. Klar, wie könnte es anders sein, er kommt dran und genau in dem Augenblick, als die Kassiererin anfängt, seine Sachen über das Band zu ziehen, klingelt sein Handy. "Ja, ich stehe grad am Supermarkt an der Kasse". Hurra, die Kassiererin ist fertig, tippt auf Enter und schwupp steht da der Geldbetrag - leider zu schnell für ihn. Mühsam beginnt die Suche nach dem Portmonee. Endlich! Männer sind einfach nicht multitaskingfähig. Aber wenn sie das schon wissen, dann bitte: laßt den Frauen an der Kasse den Vortritt.

 

SchickiMickiMäuse

Jessas, da treibt mich der Zufall in einen der bekanntesten Münchner Szeneschuppen. Zum Glück bin ich hier in einer Alibifunktion als rettender Engel, sonst hätte ich mich schon nach zwei Minuten gefragt, was ich hier eigentlich suche.

Den Auftakt für einen vergnüglichen Abend lieferte ein draußen stehender Dandy, der sich, kaum habe ich mein Auto vor der Tür geparkt, entscheidet, sich den Po und den Rücken an meinem Blechhaufen zu wärmen. Luca sitzt im Auto und ist entsetzt, dass sich einer so nah an seine Tür traut. Fünf Minuten kuck ich mir den Dandy an. Offensichtlich gibt ihm mein Auto Sicherheit, denn von hinten kann ihn jetzt ja keiner anfallen. Hehe, er hat aber auch den Hund noch nicht gesehen. Aber ich sehe, dass Luca überlegt, ob er ihn ein bisserl hochjagen soll. Also gehe ich raus: "Du, Du kannst gerne mein Auto putzen, hab ich nix dagegen, aber bitte geh ein bisserl von dem Hund weg." Bei dem Wort "Hund" springt er vom Auto weg, als hätte ich gesagt "Python". "Ohhh, den hab ich nicht gesehen." "Ja", ein Grinsen kann ich mir jetzt nicht mehr verkneifen, "aber er Dich. Aber, bitte, den Rest kannst gerne saubermachen - einfach einmal drumrumrutschen." Mit diesen Worten lasse ich ihn stehen - etwas verstört ist er jetzt, als er sich möglichst cool wieder unter die Yuppies mischen muss. Schade, mein Auto hätte es vertragen.

Der Rest des Abends liefert eine unendlich Fülle des gleichen Ablaufs: Mann betritt das Foyer, lässt seine Blicke unbeteiligt durch den Raum streifen. An jeder Frau bleibt sein Blick prüfend hängen, wandert einmal prüfend von Kopf bis Fuß. Erinnert irgendwie an den Kauf von Wildsalami. Und ich mache mir einen Spaß daraus, den Herren, deren Blick eindeutig zu lange an den sekundären Geschlechtsmerkmalen hängen bleibt, mit einem Blick zu antworten, der sie vermuten lassen könnte, ihr Hosentürchen wäre offen.

Suchend blicke ich mich im Raum um. Ich suche Natürlichkeit, Herzlichkeit, Menschlichkeit. Vergebens. Finden tu ich was ganz anderes: nämlich einen meiner Prüfer aus Universitätszeiten. Das war der einzige Moment in dem wirklich Leben in mich kam: ich verschwand unter dem Kassentisch. :)

Fazit des Abends: Nein, das ist nicht meine Welt.

 

Bio unter der Dusche

Da geht man nach dem Laufen unter die Dusche - man freut sich auf das warme Nass von oben und voller Vorfreude packt man das neue Haarshampoo. Bio steht drauf und Mandelaroma. Da kann ja nix schief gehen. Gut, die Konsistenz - naja, wenn Bio drauf steht muß es wohl etwas klebrig sein. Immer diese Klischees, ich glaube fast die Biofans sind nicht glücklich, wenn sich ihr Shampoo völlig normal anfühlt und keine Fäden zieht oder sofort aus der Hand rinnt. Aber dann: der Geruch. Holzige Düfte ziehen in meine Nase. Eines ist sicher, Motten fange ich mir heute keine ein. Ich rieche wie ein Anti-Motten-Klötzchen von Nexa-Motte. Ob es auch gegen Zecken hilft, dann hätte ich jetzt das geeignete Hundeshampoo. Aber so, wie es aussieht, hab ich nun wieder ein Waschmittel für meine Teppiche auf Lager. Ich glaube, ich werde damit meine Winterpullis einlagern.

Nachtrag:

Auch der gute Vorsatz mit diesem Shampoo die Pullis einzumotten änderte ja nichts daran, dass ich mit noch leicht feuchten Haaren das Haus verlassen mußte. Und was soll ich sagen... nein, dieses Shampoo ist nicht zu empfehlen, denn mit gesteigertem Trockenheitsstatus schmiegten sich die Haare um den Kopf. Besser trifft wohl: hefteten sich fest und patschten sich an. Ich sah aus, wie eine Ente nach einer Ölkatastrophe. Nein, nicht ganz, der untere Teil der langen Mähne glich in seiner Zartheit den Wildschweinborsten einer alten Sau. Das macht mir ernste Bedenken, denn wer will denn im nächsten Winter ein Wildschweinkostüm tragen.

 

Im Reich der Wolperdinger

Mal wieder saßen vier Mädels in der Kantine beisammen und mal wieder führte uns das Gespräch zum anderen Geschlecht. Also, nicht dass man das falsch versteht, wir mögen Männer, aber eben nur nicht alle. Und so eine Kantine bietet eine unglaublich bunt gemischte Vielfalt der herumstreunenden Exemplare.

Wenn Frauen an Männer denken, dann denken sie immer auch an bestimmte Eigenschaften, die ein an sich männliches Exemplar auch als männlich definieren. Männer sind mutig, können beschützen, Frau will sich geborgen fühlen. Männer sind durchsetzungsstark, verwechseln uns nicht mit ihrer Mutti und haben Freude an Weiblichkeit. Sie wissen, was sie wollen und was nicht, können das formulieren und stehen auch dazu. Das ist ein Mann. Wenn ein Mann ein Mann ist, dann wirkt er einfach - er wirkt aufgrund seiner persönlichen Eigenschaften.

Aber was ist nun mit den Exemplaren, die sich vor allem Mühe geben ihr Leben danach auszurichten, einer Frau zu gefallen? So sehr, dass die persönliches Eigenschaften, die den Menschen ausmachen, in den Hintergrund treten?

Hier betreten wir das Land der Wolperdinger, in dem nichts mehr so ist, wie es scheint. Das Land, wo der erste Blick auf das Vorderteil des Plesierchens den Blick auf die Rückseite und die grundsätzlichen Wesensmerkmale verstellt.

Ein paar interessante Exemplare konnten wir ausmachen. Da ist zum einen die Schnabelhyäne - vorne Ente, aus der ununterbrochen Schnatterlaute herquellen, hinten jedoch ist die antriebsschwache Hüfte einer Hyäne zu sehen, die an schwerer Hüftgelenksdysplasie leidet und von selbst kaum einen Schritt zustande bringt. Dann haben wir noch die Löwenmaus. Vorne brüllt es laut und stark, hinten hängt ein kleines Mäusehinterteil, das sich sofort ins nächste Loch verkrümelt, wenn es mal brenzlig wird. Auch sehr interessant ist der Doktorvogelpavian. Vorne kommen die gescheitesten Grundsätze heraus, wohl reflektiert und angemessen, doch die Rückseite entblößt das blank glühende Grauen. Jaja, die Not macht ja bekanntlich erfinderisch :). Wobei, ein bisserl A.... darf in jedem Mann stecken, sonst wäre er ja kein Mann.

Bei den Frauen sieht es übrigens auch nicht wirklich anders aus. Hier treffen wir zum Beispiel auf den Taubenpiranha. Vorne verstreuen sie treue Fürsorge, hinten fressen sie einen auf. Ganz anders dagegen das Mutterküken, das auf den ersten Blick eine sehr reife, ausgewogene Frau darstellt, in Wirklichkeit aber mit weit aufgerissenem Schnabel nach Zuwendung ruft.

Vielleicht steckt ja in jedem Mensch ein kleines bisserl Wolperdinger und die Frage ist nur, mit welchem man leben kann. Ich selbst sehe mich übrigens als Chameläon - ich wechsel die Farbe mit dem Untergrund, aber bleibe dann doch stets in meiner Form - zumindest versuche ich das. Für den Fall, dass ich es nicht schaffe sind hinten auf jeden Fall die Beinchen einer Wüstenrennmaus, mit denen man recht schnell entkommen kann. ;-)

 

 

Frauen im Möbelparadies

Es ist schon seltsam - eigentlich ist die Vielfalt der Frauen gut mit dem Möbelangebot vergleichbar.

Da gibt es zunächst den Ikea - Typ. Nett, hübsch anzusehen, nicht dauerhaft, aber günstig zu bekommen. Dann gibt es die Typen, die man als Möbelstück bei Segmüller oder Möbelum findet. Klassischere Modelle mit etwas mehr Pfiff, nicht ganz billig, aber durchaus über mehrere Jahre brauchbar. Und dann haben wir die Stilmöbel. Sehr hübsch anzusehen, klassische Linien, eine echte Wertanlage - aber schweineteuer. Diese Kategorie hat es wohl am schwersten. Die Bewunderer sind alle derartig knapp bei Kasse, dass sie sich ein solches Stück nicht leisten können, rennen am Tag aber zehnmal am Laden vorbei und betrachten die Ware. Und so sitzen oder stehen sie da, die Stilmöbel und warten auf den Tag, an dem ein wirklich leidenschaftlicher Sammler vorbeikommt und das Nötige bietet. Ein echter Liebhaber. Einen Fehler haben diese Liebhaber dann doch meistens: sie lieben eben nicht nur ein Möbelstück, sondern haben eher eine generelle Affinität zu teurer Markenware.

Ich glaube, am liebsten ist es mir eine "Who´s perfect" Designerware zu sein. Nicht unerschwinglich, modern, auch für den Alltag brauchbar, aber dennoch eine ganz eigene Note mit ein paar kleinen Schönheitsfehlern. Und einem passenden Käufer, der einen akzeptablen Preis zahlt und sich ein Leben lang an diesem schönen Stück erfreut, es hegt und pflegt.

Also, dann, auf zu Who´s perfect!

 

(Kleine Anmerkung am Rande: Die Männer würde ich eher mit dem Angebot am Automarkt gleichsetzen: je älter sie werden, desto lauter knarrt der Motor, die Zündung spricht auch nicht mehr so schnell an und die schlechteste Qualität hört man schon Minuten vor ihrer Ankunft meilenweit über die Straßen prollen)

 

 

Valentinstag

Was mag wohl dabei herauskommen, wenn vier Mädels am Ende eines langen und harten Arbeitstages in der Kneipe sitzen? Klar, das Thema der Zigarettenpause lautet: Wie angelt man sich einen Mann. Vorschläge sind hier äußerst kreativ und enthalten die verschiedensten Facetten der weiblichen Eroberungskünste. Nach fünf Minuten sind wir uns einig: wir brauchen Moschus und davon möglichst viel. Drüberkippen das Zeug und abwarten - so der Plan. Lautstark wird diskutiert, wie das abwarten nun aussehen soll. Von völliger Passivität bis hin zu Schwanentänze im Neglige ist alles dabei. Während wir in der Hitze der Diskussion zur Höchstform auflaufen, werden die Ohren des Herren am Nachbartisch immer größer. Dieses Exemplar ist jedoch eher von der zurückhaltenden Art, ganz wie Mutti es ihm beigebracht hat. Die Gesichtsfarbe gleitet von dem ursprünglichen Naturton über eine zarte Rosafärbung in tiefes Orangerot. Na, so schlimm sind wir auch nicht, Burschi, Werd erwachsen. Also weiter in der Moschusdiskussion: wo bekommt man so etwas eigentlich? Apotheke vielleicht? Kräutergarten? Bei mir zumindest wächst das Zeug nicht auf dem Balkon. Vielleicht könnten wir es chemisch herstellen? Die Ohren unseres Zuhörers wachsen zur Elefantengröße an - nur zu dumm, dass der Tisch drei Meter weit weg steht. Um es ihm leichter zu machen, sprechen wir ein bisserl lauter. Der Arme Kerl will ja auch mal Frauenduft schnuppern. Unsere Moschusdiskussion ist mittlerweile eher eine wüste Phantasie. Wird man überfallen und geknebelt, wenn man davon zu viel nimmt? Wie bekommt man es wieder ab, wenn es zu viele werden sollten, die man anflirten soll. Frau hat immerhin auch nur zwei Augen, die sie unschuldig aufklimpern kann. Aber wozu eigentlich die viele Mühe - Männer wollen ohnehin nur das Eine. Ein Mann denkt nicht in Kleidungskategorien, sondern in Körperteilen. Hektisch erhebt sich unser mustergültiger Zuhörer vom Tisch und flüchtet nach draußen. Und wir atmen seine Staubwolke ein. Schade eigentlich.

 

 

 Frauenseiten I - Frauenfreundschaften

Jedes Mädel hat sie: die beste Freundin. Diejenige, mit der man alles bespricht, die eine, vor der es kaum Geheimnisse gibt. Sie weiß, in wen man gerade verliebt ist, sie weiß, was man gerne isst und trinkt, wie man sich am besten rasiert und weshalb die Eltern gerade wieder furchtbar nerven. Klamotten kauft man nur, wenn sie beiden passen. Sie ist die Einzige, die die vollkommene Verzweiflung versteht, weil auf dem Schulheimweg das Baumblatt gerade in dem Augenblick vom Baum fiel, als man sich überlegt hat Schluss zu machen. Klar, dass man zehn Minuten danach für den Rest des Tages zusammenhockt, um den Gegenzauber zu beschwören. Hat man dann Honig, Mandeln und Milch zusammengerührt, den Mistelzweig damit eingeschmiert und ein Foto von ihr und ihm bei "ihrem Lied" darunter gelegt, dann warten sie oft die ganze Nacht zusammen angespannt auf das Ergebnis. Begrüßt er sie am nächsten Morgen, früher mit einem Kuss, heute mit einer SMS hat der Zauber gewirkt. Das feiert man dann den ganzen nächsten Tag. Davon leben Mädchenfreundschaften, vom bedingungslosen mitfiebern für- und miteinander, Tag für Tag und Nacht für Nacht. So manche Frau würde sich heute wünschen, die Gespräche mit dem Ehemann wären so unkompliziert und klar, wie sie es mit der besten Freundin waren.

Aber wie gehen sie dann weiter diese Beste-Freundinnen-Beziehungen?

Da gibt es die Freundinnen, die sich völlig normal entwickeln und deren Freundschaft auch dann noch hält, wenn beide verheiratet sind und zwei Kinder haben. Die irgendwann beiderseits akzeptiert haben, dass man dann doch lieber sein Leben nicht in ehelicher Gemeinschaft miteinander verbringen möchte. Weniger Glück haben Freundinnen, die irgendwann getrennte Wege gehen, wenn eine nach die Karriere verfolgt und die anderen ihren Dreijährigen auf dem Weg zum nächsten Hund, den er gerade mit einer Streichelattacke überfallen will. Doch hier kann man mit Anstand auseinander gehen.

Aber häufig tun sich wahre Abgründe auf, wenn man einen tieferen Blick auf Mädchenfreundschaften wirft. Da gibt es die Neidisch-Selbstaufgeopferte Variante. Beide sind sauer aufeinander: die eine, weil sie einen hat, die andere, weil sie keinen hat. Der einen wirft man Neid vor, während die andere kontert: Ich mach mir doch nur Sorgen. Du bist so ANDERS geworden. Dann gibt es die Finger-weg-von-meinem-Kerl-Variante - selbsterklärend und reziprok. Super ist auch die Ich-schön, du-häßlich Variante. Da eine aber hiervon eh die Verliererin ist, weil sie nie einen bekommen wird, kann die zweite sich mit den Lorbeeren des Edelmutes schmücken - ja, auf die inneren Werte kommt es eben an.

Ich kenne viele Frauen, die froh sind, wenn die Beste-Freundinnen-Zeit irgendwann vorbei ist. Wie entspannt das Leben doch sein kann....

 

Silvester an der Kasse

Kassenschlangen sind immer wieder ein unerwarteter Ort der Belustigung. Ich glaube, die skurrilsten Dinge geschehen dort. Man muß nur lang genug stehen. Und so war es auch heute. Vor mir zwei ältere Herren, gerade am Verblühen - aber das letzte Aufbäumen regt sich noch - symbolisch ablesbar Handyklingelton: high speed techno. Wichtig hatte er es mit dem tragbaren Telefon - sehr wichtig, ein Kerl der Art: schaut mal, ich gehöre nicht zum alten Eisen, ich bin noch  so fit, dass ich voll checke, wie so ein Teil funktioniert. Und damit das auch alle Welt erkennen kann, telefonierte er unaufhörlich. Kaum hatte er aufgelegt, das Handy wieder in die Jacke gesteckt, als es im Supermarkt laut dudelt: Du hast den schönsten Aharsch der Welt. Alles kuckt und sucht den Schuldigen. Unaufhörlich arschelt es weiter: den schönsten Aharsch der Welt, Aharsch der Welt.... . Es bimmelte derart laut und eindeutig aus seiner Tasche, dass jeder sofort wusste, zu wem das besungene Arscherl gehörte. Das eigene Arscherl ging ihm inzwischen auf Grundeis. Er wurde immer kleiner, fast wäre er unsichtbar geworden. Nein, sagt sein Blick, nein, das ist nicht mein Handy - und wo ist das Mäuseloch. Ein vorwurfsvoller Blick in meine Richtung, aber so was lass ich mir nicht zuschieben. Auf meinem Handy ist anständige Musik. Süffisant grinse ich frech zurück. Er wird feuerrot. Aharsch der Welt, Aharsch der Welt..... Könnte ich zaubern, ich hätte ihm geholfen, ganz bestimmt. Wenn einen selber so sehr der Mut vor der eigenen Courage verlässt, dann kann man nur noch helfen. Sein Spezl sah das anders: Du Dein Handy klingelt. Der Telefonierer preßt ein "Danke" zwischen den Zähnen raus, das eindeutig hieß: Halt doch den Mund, ist doch alles schon peinlich genug. Aber nun konnte er wenigstens rangehen und er hörte nicht mehr auf zu telefonieren, bis er durch die Kasse war.

 

Wer den Song nicht kennt, kann hier mal reinhören.
 

19. November 2007

Nachdem der Tag der Entschuldigung so bombastisch eingeschlagen hat, ist heute der Tag des Dankeschöns. Also, bedankt Euch, wo ihr geht und steht. Manchen hat es gut getan, andere sind sauer geworden. Nun, weiterhin viel Spaß.

18. November 2007

Nun, willkürlich, aus einer Laune heraus habe ich heut mal den Tag der Entschuldigung ins Leben gerufen. Das ist eine feine Sache - man kann sich den ganzen Tag, wo man geht und steht, bei jedem entschuldigen, wofür man möchte. Aber das genügt dann auch für den Rest des Jahres (außer es ist mal wirklich notwendig)

Die Top Ten: Entschuldige...

...dass ich geboren bin.

...die Unordnung.

...dass du häßlich/dumm/ungebildet bist.

...aber ich konnte nicht anders.

...vielmals.

...dass ich Dich verletzt hab.

...mich.

...dich doch mal.

...dich jetzt! (Sehr sinnvoll)

...aber es regnet.


 

 

 

 

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